16 Dez

Überfordert

Also unter uns gesagt, würde mich ein Sechser im Lotto völlig überfordern. Ich wüsste so auf Anhieb gar nicht, was ich mir kaufen sollte. Ein Bügelbrett, oder gleich zwei. Ich könnte auch ein neue Waschmaschine gebrauchen und eine Haushälterin. Die könnte dann mein neues Haus in den Bergen putzen. Im Sommer hätte ich eine andere Haushälterin in meinem zweiten Haus auf meiner eigenen Südseeinsel. Wenn ich so überlege, braucht es eigentlich noch viel mehr Personal, um so ein Anwesen in Schuss zu halten.

Ich bräuchte auf jeden Fall noch einen Gärtner, der würde jeden Samstag die Hecken schneiden, den Rasen mähen und die Rosenbüsche pflegen. Bestimmt hätte er unter der Woche auch etwas zu tun. Wenn nicht, würde ich schon etwas für ihn finden. Um die Einstellung eines Kochs und eines Butlers käme ich wohl auch nicht herum. Fänden Sie es eigentlich unschicklich, wenn ich so eine Art Zofe hätte? Es dürfte ruhig eine Einheimische sein, so wie die anderen. Der Stallmeister würde jeden Morgen meinem arabischen Hengst das Zaumzeug anlegen und ich würde einen ausgedehnten Spazierritt am Strand unternehmen.
Doch wenn ich es mir so recht überlege, dann passen Pferde gar nicht in die Südsee. Auf lange Sicht würden sie wohl unter dem Klima leiden und in den Bergen fühlen sich Pferde auch nicht wirklich wohl.

gärtner
Ich denke ich würde mir dann einfach noch ein Haus kaufen. Am besten in Irland. Dort könnte dann der arabische Hengst mitsamt Stallmeister und Gesinde leben.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich mir so vorstelle, was ich mit soviel Geld alles anstellen könnte, da geht die Phantasie einfach mit mir durch. Natürlich spiele ich Lotto – seit vielen Jahren schon, aber ich bin weit davon entfernt, den Jackpot zu knacken. Ich glaube, ich habe einfach kein Glück im Spiel. Freundinnen haben mir erzählt, dass es helfen würde, die Ziehung im Voraus zu simulieren.

Der Trick dabei ist, die Ziehung solange zu wiederholen, bis keine Zahlen unter 31 gezogen werden. Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich so zur Millionärin werde. Ich werde lieber mal etwas anderes ausprobieren und mal die amerikanische Lotterie testen. Ich habe gehört, bei den „Mega Millions“ kann Frau so richtig abräumen. Bis es mit dem Millionärin werden klappt, bleibt mir wohl nur die Flucht in die Phantasie. Aber das ist immer noch besser, als zusammen mit meinen Freundinnen die Ziehung der Lottozahlen nachzustellen.

16 Dez

Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

  1. Haben Sie es schon gewusst? Es ist viel wahrscheinlicher, auf offener Straße von einem Blitz getroffen zu werden, als sechs Richtige plus Superzahl im Lotto am Samstag zu tippen. Sie werden jetzt sagen: „Das ist ja allerhand. Na, wenn das so ist, dann spiele ich lieber überhaupt kein Lotto mehr! Bei meinem Glück werde ich am Ende noch auf dem Weg zur Lottoannahmestelle vom Blitz getroffen.“ Lassen Sie mich etwas einwenden. Als erfahrener Glücksspieler und professioneller Blogger habe ich schon Giraffen Bauklötze kacken sehen und bin selber mit allen Wassern gewaschen, wie es so schön heißt. Lebenserfahrung fördert die Weitsicht, sagte mein Vater immer, und er hatte wie so oft recht mit dem, was er sagte. Deshalb kann ich über eine vorschnelle Fehlinterpretation von lupenreiner Statistik nur ganz müde lächeln. wahrscheinihckeit
  2. Erlauben Sie mir heute, liebe Lottofreunde, einen kleinen philosophischen Exkurs in die Gefilde der statistischen Erhebungen. Beginnen wir mit der Wahrscheinlichkeit, im Lotto zu gewinnen. Bekanntermaßen liegt die Wahrscheinlichkeit, sechs Richtige plus Superzahl im Spiel 6 aus 49 zu tippen, bei ungefähr 1 zu 140 Millionen. Die Chancen, in Deutschland von einem Blitz getroffen zu werden, liegen dagegen bei rund 1:18000000. Durchschnittlich kommen pro Jahr ungefähr 3 bis 7 Menschen bei einem Blitzeinschlag ums Leben. Allerdings wurden allein im Jahr 2014 94 (in Worten: vierundneunzig!) Bundesbürger zu frisch gebackenen Millionären. Lassen Sie sich das einmal auf der Zunge zergehen. Wenn Sie dann noch mitbedenken, dass es um ein Vielfaches wahrscheinlicher ist, 2000 Euro auf der Straße zu finden, als den gleichen Betrag im Lotto zu gewinnen, wird die Sache erst so richtig kompliziert. Mein Tipp gegen das philosophische Dilemma: Machen Sie sich prinzipiell nur bei gutem Wetter auf den Weg in die Lottoannahmestelle.
  3. Gehen Sie dabei unbedingt zu Fuß und halten Sie stets die Augen offen. Sollten Sie auf dem Weg zum Kiosk einen größeren Geldbetrag finden, so muss ich Sie darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich dazu verpflichtet sind, das Geld im Fundbüro abzugeben – das gebietet uns der Anstand. Nach einem halben Jahr können Sie Ihren Fund dort abholen, sofern kein Besitzer Ansprüche erhoben hat. Sollte es indes einmal regnen oder sogar schneien, dann können Sie immer noch schnell vom Internet aus Ihren Tipp abgeben. Gehen Sie einfach auf die offiziellen Lottoseiten in Ihrem jeweiligen Bundesland und schon kann es losgehen. Mit den richtigen Klicks werden auch Sie zum Lottokönig. Probieren Sie es doch einmal aus und sie werden sehen: Mit einem Los der den Deutschen Klassenlotterien scheint für Sie von nun an nur noch die Sonne.